BMW mal wieder stark

BMW 01 350Maximilian Günther (GER) brachte mit dem knappsten Vorsprung der Formel-E-Geschichte von 0,128 Sekunden vor dem heranstürmenden Robin Frijns (NED, Envision Virgin Racing) ins Ziel. In der Gesamtwertung sprang Günther mit nun 69 Punkten auf Rang zwei. Alexander Sims (GBR) holte als Zehnter ebenfalls einen Punkt. In der Teamwertung bleibt BMW i Andretti Motorsport Zweiter.

Einer der Schlüssel zum Erfolg war, dass es dem Team nach den zwei enttäuschenden Rennen während der Woche gelungen ist, die richtigen Schlüsse zu ziehen und vor allem die Pace im Qualifying zu verbessern. Günther schaffte als Sechster den Sprung in die Superpole und hielt dann lange die Bestzeit, die lediglich Vergne noch unterbieten konnte. Auch Sims hatte den Speed für einen vorderen Startplatz, erwischte aber keine perfekte Qualifying-Runde.

Im Rennen lag Günther lange Zeit hinter Vergne auf Platz zwei und sparte dabei so viel Energie wie möglich. Erst wenige Runden vor Schluss nutzte er die Effizienz seines BMW iFE.20 und ging in Führung. Diese musste er in der letzten Runde hart gegen Frijns verteidigen, was ihm jedoch sehr routiniert und nervenstark gelang. Im Sprint zur Ziellinie hatte er letztlich um 0,128 Sekunden die Nase vorn. Sims zeigte von Startplatz 16 eine starke Aufholjagd und überquerte als Zehnter die Ziellinie. Dank der 26 Punkte durch Günther und Sims hat BMW i Andretti Motorsport mit nun 118 Zählern Rang zwei in der Teamwertung gefestigt.

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Punkte-Serie für Porsche geht weiter

  • Lotterer wird Fünfter in Berlin

Auch beim dritten Teil des großen Saisonfinales der ABB FIA Formel-E-Meisterschaft in Berlin (DE) hat das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team wertvolle Punkte errungen. André Lotterer (DE) kam im Porsche 99X Electric mit der Startnummer 36 auf dem fünften Platz ins Ziel. Von der siebten Position gestartet sicherte sich der Deutsche dank einer starken Schlussphase und mit einem guten Energiemanagement zehn weitere Zähler. Neel Jani (CH) schied im achten Lauf der Saison im zweiten Porsche 99X Electric in Folge einer unverschuldeten Kollision aus.

Durch das erneute Top-Ten-Ergebnis erhöhte Lotterer sein Punktekonto in der Fahrerwertung auf 55 und belegt damit den sechsten Platz. Er sammelte in sechs der bisherigen acht Saisonrennen mindestens einen Zähler. Im Teamklassement hält das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team mit derselben Punktzahl Position acht.

Das Qualifying

Diesmal waren die Formel-E-Teams auf dem traditionellen Kurs in Berlin-Tempelhof unterwegs. Lotterer und Jani gingen in den Start-Gruppen zwei und vier auf die Strecke. Mit einer Zeit von 1:06,867 Minuten verpasste Lotterer die Super Pole um lediglich 21 Tausendstelsekunden und sicherte sich als Siebter einen Platz in der vierten Startreihe. Jani fuhr in 1:07,193 Minuten auf den 18. Platz.

Das Rennen

Bei heißen Bedingungen mit Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius gingen die beiden Porsche-Werksfahrer ins Rennen. Während Lotterer seine siebte Position am Start verteidigen konnte, war Jani nach einer intensiven Anfangsphase mit einigen Zweikämpfen auf dem 17. Rang unterwegs. Nach gut 15 Minuten endete der Berlin E-Prix für den Schweizer jedoch vorzeitig, als er unverschuldet in einen Unfall verwickelt wurde. Janis Porsche 99X Electric war zu sehr beschädigt, um weiterfahren zu können. Es folgte eine Safety-Car-Phase. Nach dem Restart sorgten die „Attack Modes“, die nun von den Piloten eingesetzt wurden, für jede Menge Action im Feld. Lotterer behielt jedoch kühlen Kopf und hielt zunächst seine Top-Ten-Position. Zum vierten Mal in dieser Formel-E-Saison gehörte er zu jenen fünf Fahrern, die von den Fans im Online-Voting mit dem Fanboost belohnt wurden. In den letzten Minuten des Rennens gelangen ihm schließlich noch zwei sehenswerte Überholmanöver, so dass Lotterer als Fünfter weitere Punkte aus Berlin mitnehmen konnte.

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Stimmen zum Berlin E-Prix

Amiel Lindesay (Einsatzleiter Formel E): „Das Qualifying war nicht ideal, wir haben ein wenig Zeit liegengelassen. Allerdings wussten wir, dass wir im Rennen ein gutes Auto haben würden. André hat wirklich hart gekämpft und eine super Leistung abgeliefert. Wir haben wichtige Punkte für die Meisterschaft gesammelt und sind zufrieden mit dem Ergebnis. Jetzt freuen wir uns auf morgen. Wenn wir im Qualifying zwei oder drei Plätze weiter vorn stehen, haben wir eine gute Chance auf einen Podestplatz.“

Neel Jani (Porsche 99X Electric, #18): „Das Auto hat sich heute gut angefühlt. Deshalb ist das Ausscheiden natürlich schade. Ich konnte am Anfang Druck auf die vor mir liegende Konkurrenz machen und mich verbessern. Dann gab es vor mir eine Karambolage, rechts und links drehten sich Autos. Leider ist eines davon dann genau vor mir stehen geblieben. Das habe ich dann erwischt. Es war ein Rennunfall, so ist es im Racing manchmal. Jetzt müssen wir schauen, dass wir morgen weiter vorn stehen, dann kann ich so etwas hoffentlich umgehen.“

André Lotterer (Porsche 99X Electric, #36): „Von Platz sieben habe ich im Rennen schnell meinen Rhythmus gefunden. Es hat Zeit gekostet, um an den Autos vor mir vorbeizukommen. Aber die Schlussphase war dann stark. Für das Podium hat es leider nicht mehr gereicht, aber Platz fünf bringt uns weitere Punkte. Schon das Qualifying war vielversprechend. Die ersten beiden Sektoren liefen wirklich gut, ein Rutscher in Sektor 3 hat mich dann einige Zehntel gekostet. So war ich nicht in der Super Pole, die ich eigentlich hätte schaffen können. Morgen werden wir versuchen, es noch besser zu machen.“

Audi

Halbzeit beim Finalmarathon der Formel E in Berlin. Nach drei der sechs Rennen in der deutschen Hauptstadt behauptet Lucas di Grassi vom Team Audi Sport ABT Schaeffler mit 61 Punkten den dritten Platz in der Fahrerwertung.

Am bisher heißesten Tag des Showdowns in Berlin war die erste Qualifying-Gruppe die mit Abstand langsamste. Bei Außentemperaturen von bis zu 35 Grad reichte Lucas die Grassi die drittschnellste Zeit in seiner Gruppe nur für Startplatz zehn. Auch im Rennen lag der Brasilianer auf Platz zehn. „Doch dann wurde ich von Felipe Massa ‚umgedreht‘“, sagte di Grassi. „Ich bin auf Platz 13 zurückgefallen, habe mich wieder auf Platz acht nach vorn gekämpft und noch vier Punkte geholt. Das war ein harter Tag.“

Auch Teamkollege René Rast hatte am Samstag viel Pech. Wegen eines Problems an der Motor-Generator-Einheit (MGU) verlor der Deutsche fast das komplette erste freie Training. Nach einem schwierigen Qualifying kämpfte sich Rast im Rennen von Startplatz 21 bis auf Rang zwölf nach vorn. „Leider wurde ich kurz vor Schluss von einem anderen Fahrer getroffen und musste an der Box aufgeben“, sagte Rast. „Bis dahin kam ich gut vorwärts. Morgen geht es für mich darum, im Qualifying besser zu sein und weiter vorne zu starten.“

Mercedes-Benz EQ Formel E

Enttäuschendes Rennen für das Mercedes-Benz EQ Formel E Team. Nyck de Vries beendete den achten Saisonlauf der ABB FIA Formel E Meisterschaft auf dem 18. Platz, Stoffel Vandoorne schied nach einem Reifenschaden vorzeitig aus

  • Nyck ging vom 13. Startplatz in den Berlin E-Prix und lag in der Schlussphase des Rennens auf Punktekurs, bevor er auf der letzten Runde bis auf Platz 16 zurückfiel. Aufgrund einer nachträglichen 10-Sekunden-Zeitstrafe wurde er auf P18 gewertet
  • Stoffel fuhr bis kurz nach der Rennhälfte in den Top-5, fiel dann jedoch in Folge eines Reifenschadens zurück und musste das Auto an der Box abstellen
  • Bis dahin war Stoffels Renntag vielversprechend verlaufen. Schon im Qualifying gelang ihm mit einer Bestzeit in Gruppe 1 der Sprung in die Super Pole, die er auf Platz vier abschloss
  • Das Mercedes-Benz EQ Formel E Team (87 Punkte) belegt nach acht von elf Saisonläufen den fünften Platz in der Teammeisterschaft
  • Der nächste E-Prix findet am morgigen Sonntag, 9. August auf dem gleichen Streckenlayout in Berlin-Tempelhof statt

Ausblick

Schon am Sonntag geht es mit dem neunten Lauf zur ABB FIA Formel-E-Meisterschaft 2019/2020 weiter. Erneut treten die Fahrer und Teams auf dem traditionellen Formel-E-Kurs in Berlin-Tempelhof gegeneinander an. Im Anschluss daran wird das Streckenlayout am Montag und Dienstag für die beiden abschließenden Rennen der Saison am 12. und 13. August umgebaut.

Kommentar

Wer im Motorsport erfolgreich ist, beispielsweise in der Formel 1, der kann dieses Model nicht automatisch auf die Formel E übertragen. Nur so ist es zu verstehen, dass DS TECHEETAH und BMW hier so erfolgreich sind. Richtig ist, das Citroën (DS Automobiles) gerade im Rallye Sport sehr gut unterwegs ist.

Aber die Formel E "tickt" anders. Ich denke vor allem die Erfahrung spielt hier eine wesentlich Rolle. Porsche und Mercedes sind neu in dieser Liga. Für das erste Jahr sind sie ja auch ganz ordentlich mitgefahren. Aber das ist sicher nicht der Anspruch. Deshalb freue ich mich jetzt schon auf die Saison 2020/2021, denn dann wird es auf dem Podium ganz, ganz eng.

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Fotos © 2020 Audi Presse, Porsche Presse, Daimler Presse, BMW Presse

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