D629288 MB Formel E 150In Mexico City siegte Mitch Evans (Jaguar Racing, NZ) vor António Félix da Costa (DS Techeetah) und Sébastien Buemi (Nissan). Audi nur auf Platz sechs. Mercedes kam nicht ins Ziel. Porsche konnte nur drei Punkte einsammeln.

Audi

Nach drei Siegen in Folge musste sich Audi Sport ABT Schaeffler beim Formel-E-Rennen in Mexiko-Stadt 2020 mit Platz sechs für Lucas di Grassi begnügen. Dass Teamkollege Daniel Abt nach einem schweren Trainingsunfall an den Start gehen konnte, verdankte er einer starken Teamleistung.

A1915743 D Abt 3502018 hatte Daniel Abt im Autódromo Hermanos Rodríguez seinen ersten Sieg in der Formel E gefeiert. Dieses Mal schien der Renntag für den Deutschen schon um 8 Uhr morgens beendet: Wegen eines technischen Problems prallte Abt im ersten freien Training am Ende einer Geraden gegen die Streckenbegrenzung. „Das war der heftigste Aufprall meiner Karriere“, sagte Abt, der vorsorglich mit einem Hubschrauber zu Untersuchungen in ein Krankenhaus geflogen wurde. „Ich bin froh, dass die Autos so sicher sind und ich den heutigen Tag relativ unbeschadet überstanden habe. Es war eine tolle Leistung meiner Crew, das Auto überhaupt wieder rennfertig zu bekommen. Aber natürlich war klar, dass es von fast ganz hinten und praktisch ohne Training ein sehr schwieriges Rennen für mich werden würde. Jetzt geht es darum, bis Marrakesch wieder richtig fit zu werden.“

Lucas di Grassi kämpfte sich in einem weiteren spektakulären Formel-E-Rennen vor einer traumhaften Zuschauerkulisse vom 15. Startplatz auf Rang sechs nach vorn. Damit verteidigte der Brasilianer seinen fünften Platz in der Fahrerwertung der Elektrorennserie. „Das war ein hartes Rennen“, sagte di Grassi. „Obwohl wir gute Punkte gesammelt haben, bin ich nicht 100 Prozent glücklich. Wir waren im Rennen nicht schnell genug, um noch weiter nach vorne zu kommen. Wir müssen hart arbeiten, um im Qualifying, aber auch im Rennen stärker zu werden.“

„Das war ein turbulenter Tag für uns“, sagte Teamchef Allan McNish. „Für Daniel begann er mit dem Unfall auf eine denkbar schlechte Art und Weise und für Lucas mit dem schwierigen Qualifying auch nicht besonders gut. Aber wir haben uns noch wichtige Punkte erkämpft. Dass Lucas von Startplatz 15 auf Rang sechs nach vorn gekommen ist, hält ihn im Titelkampf. Dass Daniel überhaupt starten konnte, war eine tolle Teamleistung. Es war kein einfacher Tag für uns, aber wir fokussieren uns schon jetzt voll auf das nächste Rennen in Marrakesch.“

Enttäuschend endete der E-Prix in Mexiko-Stadt für das Audi-Kundenteam Envision Virgin Racing. Nach einer starken Leistung im Qualifying mit den Startplätzen fünf und sechs blieb das Team im Rennen ohne Punkte. Sam Bird hatte ein Podiumsergebnis vor Augen, als er in einem intensiven Zweikampf kurz vor Rennende von der Strecke rutschte. Robin Frijns lag ebenfalls in der Spitzengruppe, ehe er unverschuldet in eine Kollision verwickelt wurde und aus den Punkterängen herausfiel.

BMW

BMW 01 350Alexander Sims (GBR) hat sich beim Mexico City E-Prix (MEX) dank einer cleveren Rennstrategie und einer ebenso starken Effizienz des BMW i Antriebsstrangs um 13 Positionen nach vorn gekämpft und das vierte Saisonrennen der ABB FIA Formula E Championship auf dem fünften Platz beendet.

Porsche enttäuscht nach Pole Position

Das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team hat beim Mexico City E-Prix nach der ersten Pole Position in seiner noch jungen Geschichte eine Punkteplatzierung im Rennen verpasst. Mit der schnellsten Runde in der Super Pole konnte sich André Lotterer (DE) den ersten Startplatz beim vierten Lauf der ABB FIA Formel-E-Meisterschaft in Mexiko-Stadt (MX). Am Ende blieben nur drei Zähler für die Fahrer-Meisterschaft.

Das Rennen selbst verlief dann unglücklich für Lotterer: Nachdem er am Start mit durchdrehenden Rädern zu kämpfen hatte, wurde er eingangs der ersten Kurve vom späteren Rennsieger Mitch Evans (Jaguar Racing, NZ) touchiert und verlor drei Plätze. Weitere Zweikämpfe führten zu starken Beschädigungen an der Karosserie des Porsche 99X Electric und einem vorzeitigen Rennende.

Im zweiten Porsche 99X Electric mit der Startnummer 18 beendete Neel Jani (CH) das Rennen auf dem 14. Platz. Der Schweizer war nach dem Qualifying vom 14. Startplatz ins Rennen gegangen und konnte in der Anfangsphase einen Platz gutmachen, ehe er nach einer Durchfahrtsstrafe aufgrund eines technischen Regelverstoßes zurückfiel. Wie schon in den ersten beiden Saisonrennen in Diriyah (SA) landete Lotterer in der Fanboost-Abstimmung (auch über Twitter mit #FANBOOST #VornameNachname) in den Top 5, konnte von der zusätzlichen Energie aber keinen Gebrauch machen.

In der Fahrerwertung liegt Lotterer auf Platz zehn, während Jani aktuell den 23. Platz einnimmt. Das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team belegt nach vier Rennen Platz neun in der Teamwertung. Der fünfte Lauf zur ABB FIA Formel-E-Meisterschaft 2019/2020 wird am 29. Februar 2020 in Marrakesch (MA) ausgetragen.

Stimmen zum Stimmen zum Mexico City E-Prix

Amiel Lindesay (Einsatzleiter Formel E): „Es war ein weiteres hartes Rennen für uns. André wurde wiederholt in Zweikämpfe verwickelt, wodurch das Auto stark beschädigt wurde. Letztlich mussten wir das Fahrzeug aus dem Rennen nehmen. Gegen Neel wurde nach der Safety-Car-Phase eine Durchfahrtsstrafe verhängt. Wir müssen noch analysieren, wie genau es dazu gekommen ist. Natürlich sind wir über den Ausgang des Rennens enttäuscht, aber wir sollten das Positive aus diesem Wochenende mitnehmen. Die Pole Position und die Pace beider Fahrer zeigt, dass wir absolut konkurrenzfähig sind.“

Neel Jani (Porsche 99X Electric, #18): „Der Start lief eigentlich gut, obwohl ich auf der schmutzigen Seite war. Danach war ich in zahlreiche Zweikämpfe verwickelt und wurde mehrmals vorne und hinten getroffen. Es ist schade, dass dann noch eine Durchfahrtsstrafe gegen mich verhängt wurde. Sonst wäre nach vorn sicher noch etwas möglich gewesen. Ich bin froh, dass ich das Rennen beenden und weitere Erfahrung sammeln konnte. Die Pole Position von André hat gezeigt, was das Auto kann. Das stimmt uns zuversichtlich für Marrakesch.“

André Lotterer (Porsche 99X Electric, #36): „Das ist natürlich nicht das Ergebnis, das ich mir gewünscht habe. Beim Start hatte ich mit durchdrehenden Rädern zu kämpfen und wurde dann in der ersten Kurve von Mitch (Evans) getroffen. Dadurch habe ich ein paar Plätze verloren. Es war ein hartes Rennen mit vielen Zwischenfällen. Nach etlichen Kollisionen war mein Auto so stark beschädigt, dass ich letztlich aufgeben musste. In Marrakesch werde ich erneut angreifen.“

DS TECHEETAH header 640

Mercedes-Benz EQ Formel E Team

Schmerzhafte, aber lehrreiche Erfahrung: Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries sehen die Zielflagge in Mexiko nicht.

  • Stoffel Vandoorne kämpfte in den Schlussrunden des Rennens um Platz fünf, musste sein Auto jedoch nach einem Mauerkontakt abstellen
  • Nyck de Vries lag lange in den Top 5, bis er nach einer Berührung mit einem anderen Fahrzeug vorzeitig ausschied
  • Ian James: "Wir verbuchen das als charakterbildende Erfahrung für das gesamte Team, das an diesem Wochenende eine starke Leistung abgeliefert hat."
  • Stoffel Vandoorne: "Ich bin nach diesem Rennen natürlich super enttäuscht. Es tut mir für das Team unheimlich leid, da wir an einem Tag wie diesem in die Punkte hätten fahren müssen."
  • Nyck de Vries: "Leider endete mein Rennen heute in der Wand. Für mich ist klar, dass ich aufgrund eines technischen Problems nur noch ein Passagier in meinem Auto war."

D629267 MB Stoffel Vandoorne

Ergebnisse / Punkte

  1. MITCH EVANS 47
  2. ALEXANDER SIMS 46
  3. ANTONIO FÉLIX DA COSTA 39
  4. STOFFEL VANDOORNE 38
  5. LUCAS DI GRASSI 32
  6. SAM BIRD 28
  7. OLIVER ROWLAND 28
  8. MAXIMILIAN GÜNTHER 25
  9. EDOARDO MORTARA 22
  10. ANDRÉ LOTTERER 21
  11. NYCK DE VRIES 18
  12. JEAN-ÉRIC VERGNE 16

Teamwertung

Team

DIR

DIR

SCL

MEX

MRK

Total

BMW I ANDRETTI MOTORSPORT

3 + 4

3 + 25

25

1 + 10

 

71

PANASONIC JAGUAR RACING

1 + 1

6

4 + 19

1 + 27

 

59

MERCEDES-BENZ EQ FORMULA E TEAM

23

15

18

-

 

56

DS TECHEETAH

-

2 + 5

18

30

 

55

NISSAN E.DAMS

12

10

-

21

 

43

SPORT ABT SCHAEFFLER FORMULA E TEAM

-

26

6

8

 

40

ENVISION VIRGIN RACING

1 + 35

-

1 + 1

-

 

38

ROKIT VENTURI RACING

6

12

2

4

 

24

TAG HEUER PORSCHE FORMULA E TEAM

18

0

0

3

 

21

Fazit

Die Formel E zwischen "himmelhoch jauchzend" und "zu Tode betrübt". Nach starken Start mit 18 Punkte muss Porsche jetzt kleinere Brötchen backen. Auch Mercedes muss diesen Rückschlag erst einmal verkraften. DS TECHEETAH ist auf jeden Fall wieder in der Spur. Durchgängig stabil BMW. Überraschend stark in dieser Saison PANASONIC JAGUAR RACING.

Wer wird am Ende die hübsche Spoiler-Nasenspitze vorn haben? Wir wissen es nicht. Und das macht die Formel E so interessant. Das nächste Rennen findet in Marrakesch (Marokko) schon am 29.02.2020 statt. Berlin ist am 21.06.2020 dran. Das 13. und letzte Rennen dann am 26.07.2020 in London (GB).

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Fotos © 2019-2020 Daimler Presse, Audi AG, Porsche AG, BMW Motorsport

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